Wo sind die Besucher bei Matomo?

Immer wieder werde ich gefragt, wo denn im Besucherüberblick die Besucher seien? Es geht dabei nicht um die User-ID, nicht um benutzerdefinierte Dimensionen. Sondern schlicht um den Scope-Level: User. Die Lösung mag so banal sein, dass sie selbst Google verschweigt. Denn eine Suche z.B. nach „Wo sind die Besucher bei Matomo?“ erhält alle möglichen Antworten über Cookies, User-IDs, Besucher-Logs usw. Aber die scheinbar einfache Frage, weshalb scheinbar die „eindeutigen Besucher“ bei Matomo nicht in allen Besucher-Überblicksreports auftauchen, und wie man sie wieder hervorholt, dazu habe ich keine Antwort gefunden.

Die Lösung hängt einfach mit der Einstellung des Zeitfensters zusammen. Bekanntlich gibt es bei Matomo fixe Zeitfenster nach Tag, Woche, Monat und Jahr, sowie benutzerdefinierte Zeitspannen. Bei den festen Zeittypen, z.B. Woche zeigt Matomo den Verlauf über 26 Wochen. Der Zahlenreport unter dem Graphen enthält die Werte der aktuellen Woche. Jeder Punkt im Graphen repräsentiert eine Woche – insgesamt also ein halbes Jahr in der Rückschau. Bei Tagen zeigt Matomo übrigens 30 Zeitpunkte, bei Monaten 24, der metrischen Logik der Zeitzählung folgend. Hier ein Screenshot des Matomo-Reports Besucherüberblick von meinem Foodblog arteculinaria.net.

Matomo wochenweiser Besucherreport mit verschiedenen Metriken, u.a. eindeutige Besucher

Definiere ich dagegen eine individuelle Zeitspanne für die Besucher-Überblicksreports in Matomo, dann gibt Matomo keine eindeutigen Besucher mehr an. Hier kann ich also nur über das Besucherlog quasi die Zahl der Besucher erkennen, wobei auch das nicht sicher ist. Schließlich kann ein Besucher seinen Browsercache und Cookies leeren und sehr wahrscheinlich erhält er vom Provider eine dynamische IP zugewiesen. In manchen Fällen ist es aber erkennbar, wie hier:

Matomo Besucherlog eines wiederkehrenden Besuchers

Bei einer individuelle gesetzten Zeitspanne gibt Matomo also keine Daten zu eindeutigen Besuchern aus. Das ist anscheinend in der aktuell vorliegenden Datenbank-Struktur bzw. Abfrageroutine noch nicht vorgesehen.

Matomo Besucherreport mit individueller Zeitspanne

 

Tagging von Kampagnen mit dem Matomo Campaign Report Plugin

Das Matomo Plugin Marketing Campaign Report erweitert das Erstellen und Auswerten des Trackings auf 8 Tags, also noch deutlich mehr als der Google URL Builder. Die Grundausstattung bietet bekanntlich zwei Tags, den Kampagnennamen und das Kampagnen-Keyword (pk_campaign usw.). Mit dem erweiterten Kampagnentracking kommen weitere 6 Tags hinzu. Da sind zunächst einmal die auch von Google bekannten Tags Medium und Herkunftsseite (bei Google: Quelle). Hinzu kommen Kampagneninhalt, -gruppe, -platzierung und -ID. Diese Menge an Tags und ihre Relationen untereinander machen das Matomo-Tool ziemlich unübersichtlich. Ich habe hier ein paar Tipps für die Strukturierung von Kampagnen mit Hilfe der verschiedenen Tags zusammengestellt.

Vorgehen und Planen von Kampagnen-Bezeichnungen mit dem Matomo Campaign Reporting Plugin

Die verschiedenen Tags stehen z.T. in einer hierarchischen Struktur. Die oberste Ebene stellt der Kampagnennamen dar. Zunächst aber, bevor Name, Keyword, Content usw. definierte werden sollten zunächst die beiden Tags Herkunftseite und Medium (Google: Quelle/Medium) definiert werden. Diese Tags sollten, einmal definiert, nicht mehr geändert werden.

Medium Herkunftseite
cpc google (Google Ads)
mailing newsletter
banner Name der Website
social facebook

Die Wahl des Kampagnennamens

Unter dem Kampagnennamen werden alle Klicks zusammengefasst, die dieses Tag tragen. Der Kampagnenname sollte nicht zu eng gefasst werden.

Woran kann sich der Kampagnenname als oberste Kategorie orientieren. Im Medium CPC wird der Kampagnenname auf die beworbene Seite/Zielseite hinweisen. Auch beim Medium Banner bietet sich die verlinkte Zielseite als Namensgrundlage an. Sollte allerdings auch eine CPC Kampagne den gleichen Namen tragen (also Banner und Ads dieselbe Seite bewerben), dann laufen die Daten beider Kampagnen unter diesem Namen zusammen. Differenzieren kann man sie dann z.B. nach Medium oder Herkunftseite. Woran kann sich ein Kampagnenname orientieren?

  • Produktkategorie oder Produktname
  • Brandingkampagne mit beschränktem Zeitraum: “brand-2021”
  • Definierte Marketing-Ziele unter einem Projektnamen (umsatzplus-2021)
  • Weitere Unternehmensziele: recruiting-fachinformatiker-2021
  • Zielgruppen (v.a. bei Newsletter): gruppe-mailing
  • Längere Perioden eines Newsletterversands: newsletter-q1-2021 (Newsletter erstes Quartal 2021)

Die Kampagnentags Keyword und Content

Die weiteren Ebenen Keyword und Content dienen der weiteren Differenzierung. Z.B. bei einem Newsletter können die einzelnen Links mit Hilfe eines Keywords gekennzeichnet werden, oder aber unter Keywords der einzelnen Newsletterartikel und unter Content die einzelnen Links (wenn in einem Artikel mehrere Links sind). Selbstverständlich wäre hier auch der Tag Platzierung geeignet, der die Position des Links innerhalb eines Kampagnen-Mediums beschreibt.

Kampagnenname Keyword Content/Platzierung
newsletter-1q-21 artikel-1 link-1/link-oben
artikel-1 link-2/link-mitte

Keyword und Content lassen sich auch in Social Media Kampagnen einsetzen. Mit Keyword kann der Post oder die Story gekennzeichnet werden. Falls eine Story z.B. mehrere Links erlaubt (Pinterest), dann kann hier der Content für weitere Differenzierung sorgen.

Matomo selbst empfiehlt Kampagnen-Inhalt als differenzierendes Tag bei Anzeigen-A/B-Tests einzusetzen (Bei Google-Ads Tests oder wechselnden Banneranzeigen)

In der Regel reichen drei inhaltlich beschreibende Tags aus – wozu Gruppe und ID?

Die Kampagnengruppe kann zusätzlich zur Zusammenfassung verschiedener Kampagnen genutzt werden, z.B. wenn über mehrere Kanäle ein neues Produkt beworben wird oder über mehrere Kanäle eine Zielgruppe angesprochen werden soll. Dann fungiert die Gruppe quasi als eigenes Sammelbecken für eine nochmals eigene Tag-Kategorie unabhängig vom Kampagnennamen. Die Matomo-Empfehlung lautet hier: “Kampagnengruppen sind hilfreich, um die übergreifende Performance mehrerer Kampagnen mit identischen Zielen zu tracken.”

Das Tag Kampagnen-ID muss nicht unbedingt eine Zahlenreihe enthalten, das Feld erlaubt bis zu 100 Zeichen. Bei maschinell erzeugten URLs könnte hier z.B. aus der Verwaltung eine systemerzeugte Kampagnen ID integriert werden.

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Matomo sampelt Daten?

Bei Google Analytics ist es bekannt, dass in großen Accounts und bei Betrachtung über einen längeren Zeitraum das so genannte Sampling eintritt. Die Grenze liegt z.B. bei 500.000 Sessions in einer Property pro betrachtetem Zeitraum. Wer einen längeren Zeitraum analysiert und ihn ggf. noch mit einem anderen Zeitraum vergleicht, läuft die Gefahr, dass nur ein Teil der Daten in den Reports ausgegeben werden. Die Samplingrate gibt Google an, über dem Report erscheint ein kleines Fenster: This Report is based on XX% of sessions.

Beschränkung der Seiten-Reports bei Matomo

Bei Matomo gibt es tatsächlich eine Beschränkung in der Analyse der Verhaltensreports. Diese Beschränkung bezieht sich auf Seitenaufrufe, Ereignisse, Interne Suchen u.a. Falls mehr als 500 verschiedene Seiten-URLs erfasst werden (bei anderen Dimensionen sind es meist 1000, z.B. im Akquisereport) fasst Matomo weniger bedeutende unter „Andere“ zusammen. Bei kleinen Auftritten ist da keine Einschränkung zu erwarten. Bei frequentierten Websites dagegen schon. Im Seitenreport werden „überschüssige“ Seiten unter „Andere“ gelistet.

Seitentreport zu Andere zusammengefasste Seiten

Der Spielraum, den Matomo uns lässt, kann relativ problemlos erweitert werden. Damit erzielt man detailliertere Reports, die allerdings zu Lasten der Performanz gehen. Um die Darstellung z.B. des Seitenreports anzupassen, genügt es, einige Zeilen Code in die Konfigurationsfdatei von Matomo: config/config.ini.php zu schreiben. Hier sind die Codezeilen beispielhaft für den Seitenreport:

; maximum number of rows for any of the Actions tables (pages, downloads, outlinks)
datatable_archiving_maximum_rows_actions = 5000
; maximum number of rows for pages in categories (sub pages, when clicking on the + for a page category)
datatable_archiving_maximum_rows_subtable_actions = 5000

Die Zeilen drei und vier beziehen sich auf den hierarchischen Seitenreport, der nach der Verzeichnisstruktur der Website aufgebaut ist.

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Kampagnentracking mit Matomo

Tagging von Kampagnenlinks mit dem Matomo-URL Builder

In der Webanalyse ist es hinlänglich bekannt, dass unpräparierte Links in den Akquisitions-Reports unter Direktaufrufe gelistet werden. Lesenzeichenlinks, Links von QR-Codes, Links aus Mailings oder Newslettern – Nutzer, die auf diesem Wege auf die Seite kommen, versammelt die Webanalyse-Software (Matomo oder Google Analytics) unter direkten Zugriffen.

Das ist selbstverständlich für das Web- und Marketing-Controlling äußerst unbefriedigend. Daher haben Matomo (eigentlich schon Piwik; wir werden gleich sehen, inwiefern) und Google frühzeitig Abhilfe geschaffen. So genannte getaggte Links werden als Kampagnenlinks ausgelesen und in die entsprechenden Kampagnen-Reports gestellt. Tags sind gekennzeichnete Erweiterungen des ursprünglichen Kampagnenlinks, der auf die Ziel- oder Landingpage weist.

Der Google URL Builder kennt insgesamt 5 Tag-Parameter, die an den Link angefügt werden können. Drei Felder sind Pflicht: Kampagnenname, Quelle und Medium. Letztere beiden kennen wir schon aus den Acquisitions-Reports: beim Newsletter wären z.B. Medium “Mail” und Quelle: “Newsletter-Apr-21”. Die Quelle ist immer konkret, natürlich könnte hier auch nur “Newsletter” stehen. Dann könnten unter Term und Content z.B. konkretisierende Angaben stehen wie z.B. Term= ‘21-04-15’ (als Aussendedatumg) und Content = “Matomo-Schulung”. Die Parameter sind hierarchisch aufgebaut, die Struktur des Tagging sollte also zuvor genau festgelegt werden, damit einheitliche und aussagekräftige Reports erzeugt werden.

Matomo Kampagnentracking & -tagging

Bei Matomo unterscheide ich das einfache und das erweiterte Kampagnentracking. Seit etlichen Matomo-Versionen ist der URL Builder in das Admin-Backend integriert. Der klassische URL Builder kennt zwei Parameter, die mit den Tags pk_ übergeben werden: pk_campaign = Kampagnenname und pk_kwd für Keyword. Die Tags gehen selbstverständlich auf den alten Namen Piwik zurück.

Wer den integrierten URL Builder in Matomo verwendet, erhält die getaggten Links mit den Tags pk_. Beispiel:

Matomo Schulung

Erweitertes Kampagnentracking mit Matomo

Unter dem Namen Matomo wurde das Kampagnentracking nachhaltig erweitert. Mittlerweile kennt das Tracking bei Matomo acht Parameter. Das Parameter-Kürzel wurde konsequent umbenannt in: mtm_. Wer sich einen Überblick über die Parameter verschaffen will, kann sich auf der Matomoseite zum Kampagnentracking  informieren oder den Matomo-URL-Builder aufrufen

Interessant ist z.B., dass Matomo nun auch Kampagnen-IDs (mtm_cid) ermöglicht, oder erlaubt, Kampagnen in Kampagnengruppen (mtm_group) zusammenzufassen. Z.B. könnte eine Gruppe das Geschäftsjahr darstellen, so dass Unternehmen den Gesamterfolg aller Kampagnen eines Jahres zusammenfassen. Oder es können die einzelnen Kanäle (Newsletter, mailings, QR-Codes, Social Media) akkumuliert werden. Beispiel für getaggten Link bei erweitertem Tagging:

Matomo Schulung

Im Teilreport Herkunftseite – Medium taucht der Nutzer dann auch hier an erster Stelle auf: source: twitter und medium: social-media

Ausschnitt Kampagnenreport Quelle Medium

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Installation des Matomo-Kampagnen-Plugins

Das erweiterte Kampagnentracking kann nur mit einer Erweiterung (Plugin) durchgeführt werden. Das Plugin ist mittlerweile nicht mehr kostenpflichtig und kann einfach hochgeladen und aktiviert werden.

Installationswege für Matomo Plugins

Der erste etwas komplexere Weg geht über das Upload des Plugins “MarketingCampaignsReporting”, das man sich aus dem Pluginverzeichnis bei Matomo herunterladen kann. Der Upload kann dann unter Plattform => Marketplace gestartet werden. Allerdings muss der Admin zuvor noch in der Konfigurationsdatei config.ini.php zwei Zeilen hinzufügen, da der Plugin-Upload bei Matomo per default deaktiviert ist:

[General]
enable_plugin_upload = 1

Der Upload wird dann abschließenden mit der Eingabe des Matomo-Passworts bestätigt. Einfacher ist es, im Marketplace direkt nach dem Plugin zu suchen. Und es direkt zu installieren.

Matomo Marketplace Kampagnen Plugin

Acht Parameter für erweitertes Kampagnentracking mit Matomo

Nach der Aktivierung des Plugin stehen nun alle 8 Tags zur Verfügung, die Kampagnenlinks werden nun mit den mtm_Tags ausgezeichnet. Ein weiterer Vorteil des Kampagnen-Plugins: es liest auch die utm-Tags von Google aus. In der Folge dürften auch die Google-Ads Kampagnen in Matomo einfacher auszulesen sein.

Ein weiteres Plus besteht selbstverständlich in der Möglichkeit, auf alle Kampagnen-Tags segmentieren zu können und auch Segmentvergleiche durchzuführen z.B. zwischen Kampagnen, Kampagnengruppen usw.

Kampagnentags als Segmente bei Matomo

Zur Vertiefung des Verständnisses von Matomo und zur Implementierung einer professionellen Webanalyse mit Matomo empfehle ich den Matomo Workshop als Firmenseminar oder Online-Schulung.

Leserengagement über die Scrolltiefe messen in Matomo und Google Analytics

Schon in den vorhergehenden Beispielen ging es um die Frage, wieweit ich das Leserengagement erfassen kann, wenn der Besucher nur eine Seite besucht – as bei Blogs bekanntlich häufiger der Fall ist. Im dritten Teil geht es nun das Messen der Scrolltiefe.

Content-Messen in Matomo

Um das Funktionieren dieser Methode zu verstehen, stellt man sich einen längeren Text in aufeinander abfolgende Textblöcke vor. In HTML bedeutet das, dass ein Text in eine Folge von Containern zerlegt wird (selbstverständlich gilt das für alle Arten von Content wie Bilder, Videos etc.). Jeder dieser Container wird dann gekennzeichnet.

Für diese Methode gibt es eine eigene Terminologie: Der Contentnamen (content-name) bezeichnet den Textblock als ganzen, die Contentteile die einzelnen Container (content-piece). Impressions bezeichnen dann die Häufigkeit der aufgerufenen einzelnen Teil, Interaction die Interaktion des Besuchers mit den jeweiligen Elementen (Klick auf Video, Bild zur Vergrößerung).

Matomo hat schon in der Grundinstallation einen Report Inhalt im Bereich Verhalten, allerdings werden dort ohne vorherige Anpassung der Technik keine Daten gesammelt. Erste Voraussetzung für das Datensammeln ist eine Erweiterung des Trackingcodes von Matomo um folgende Zeile: 

 _paq.push([‚trackVisibleContentImpressions‘]);

Alternativ könnte auch der Code “trackAllContentImpressions” lauten, aber damit erfasse ich gerade nicht die einzelne Abfolge von Textteilen. Aber genau das möchte ich ja wissen, ob der zweite, dritte Container meiner Texte erreicht werden. Dazu wird der ganze Text als Container mit dem Tag data-track-content ausgzeichnet und dem Container mit dem zusätzlichen Tag data-content-name=”XXX” eine bezeichnung verpasst. Die einzelnen Untercontainer erhalten nun spezifische Auszeichnungen mit einem weiteren Tag: data-content-piece=”Teil1”. Ähnlich wie im Event-Tracking stehen Name und Teil in einem hierarchischen Verhältnis, d.h. unter dem Namen stehen die jeweils above the fold erreichten Teile. Sicher wird Teil 1 häufiger erreicht werden als der letzte Teil.

Auch hier stelle ich mir die Frage, wie ich die Container dimensionieren soll. Ich selbst orientiere mich an den Zwischenüberschriften, die jeder strukturierte Text haben sollte. (Einen langen Fließtext wird im Internet kaum jemand lesen wollen.)

Alternative – Scrolltiefe messen mit JavaScript

Die Erstellung solcher Container ist manuell oder auch mit dem Tag Manager aufwändig. Eine interessante Alternative bietet Sebastian Offers in seinem Blog. Er misst das Leserengagement mit Hilfe eines Scripts, das den Umfang (letztlich angezeigte Höhe im Browserfenster) des gesehenen Textes in Verhältnis setzt zur Gesamthöhe und daraus den prozentualen Anteil errechnet. Das Skript erfasst dabei Leseschritte in Prozentstufen, die ich als String frei wählen kann. Nur würde ich größere Lesefortschritte messen als in dem Beispiel angegeben (also 15 – 30 – 45 % usw.). Das Skriptbeispiel steht hier: https://www.analytics-sem-tutorials.de/piwik-analytics/matomo-scroll-tracking/ 

Scrolltiefe messen mit dem Google Tag Manager

Google Analytics bietet über den Tag Manager eine mittlerweile relativ komfortable Option, die Scrolltiefe – ähnlich wie bei Sebastian – in % zu messen. Dazu muss ich zunächst die drei integrierten Scroll-Variablen aktivieren.

 Als Triggertyp wähle ich Scrolltiefe und gebe dann die Prozentsätze ein (s.o. 15 – 30 – 45 % usw.). 

Ich könnte auch Pixel als Maßstab nehmen, das halte ich allerdings für weniger anschaulich. Im Trigger gebe ich noch eine zusätzliche Bedingung ein z.B. dass der Tag nur aktiviert wird, wenn z.B. im Seitenpfad “/blog/” oder “/aktuelles/” steht (sonst arbeitet er alle Seiten durch). Zuletzt richte ich einen Event-Tag ein, mit der Kategorie “Scrolltiefe”. Unter Aktion stelle ich dann {{Page Path}}, um zu wissen, welcher Beitrag gerade getrackt wird. Im Label kommt die Variable {{Scroll Depth Threshold}}% zum Zuge. 

Nach Prüfung des Tags kann ich ihn veröffentlichen. 

Matomo Webanalyse – URL #Hash in URLs erfassen

Anker verlinken von der eigenen Website heraus i.d.R. andere Seiten, meist auch externe Seiten, wie beispielsweise Links zu den sozialen Accounts. In diesem Falle möchte man ja die Besucher eigentlich nicht verlieren. In der Konsequenz setze ich diese Links mit einem zusätzlichen Target-Parameter: target=_”blank”.

Verbleiben dagegen die Besucher auf der Seite, dann besteht eigentlich kein Grund, dass bei einem Klick auf einen internen Link eine neue Seite aufgeht. Ich halte das sogar – Ausnahmen gibt es – für eine schlechte Nutzerführung. Ich erinnere mich noch an eine Website eines Münchner Bildungsanbieters: bei jedem internen Linkklick ging ein neuer Tab auf. Fünf Klicks = fünf neue Tabs.

Viele Websites setzen Anker, die gewöhnlich zur Navigation innerhalb einer Seite eingesetzt werden. Das ist v.a. bei umfangreichen Seiten nützlich; oben erhalte ich wie in einer Abfolge von Überschriften einen Überblick über den gesamten Seiteninhalt. Jede Überschrift ist mit genau dem Absatz verlinkt, auf den ihr seiteninterner Anker verweist. Insbesondere so genannte Onepager arbeiten mit diesem Prinzip.

Also als Beispiel steht oben auf der Seite: <a href=“#Tracking-von-Hashurls“>Tracking von #-URLs</a>
Weiter unten steht dann der anzusteuernde Absatz: <h2><a id=“Tracking-von-Hashurls“>Eine zweite Überschrift</a></h2>

In der Regel erhält dann mit dem Kick auf den Anker-# auch die URL eine zusätzliche Parameter-Auszeichnung wie z.B. cofima.de/20-09-22/webanalysis-mit-matomo#tracking -von-Hashurls

Soweit so gut. Die Frage stellt sich selbstverständlich beim Websitetracking: werden die Seiten mit #-Parameter erfasst? Oder nicht? Die erste Nachricht: nein, Matomo erfasst diese Seitenauszeichnungen nicht. Hier bieten sich drei (sicher habe ich weitere Möglichkeiten übersehen) Lösungen an – wie immer in der Webanalyse mit unterschiedlicher Qualität.

Parameter in den globalen Websiteeinstellungen von Matomo anpassen

Die einfachste und damit zugleich schlechteste Möglichkeit besteht in der Anpassung der Globalen Website-Einstellungen. Hier findet man relativ weit unten in der Verwaltung den Punkt: “URL Fragmente behalten”. Ins leere Feld kann man nun einen Haken setzen. Allerdings wird der Klick und Aufruf der URL mit Parameter nur getrackt, wenn die Seite aktiv direkt aufgerufen wird (also eigentlich der Anker auf einer anderen Seite steht, als der Zielabsatz). Auf der Matomoseite wird diese Einschränkung deutlich gemacht: If the user loads example.html and then clicks on an anchor link to example.html#contact within this same page, Matomo will not track this click as a new page view.

Matomo Globale Website Einstellung URL Parameter Tracken

Da die Ankerklicks aber meistens von derselben Seite erfolgen, werden sie nicht erfasst. Außer der Besucher ist so freundlich, die Seite mit dem #-Parameter nach dem Aufruf noch einmal zu aktualisieren. Was nicht unbedingt wahrscheinlich ist.

Anker in einem neuen Tab öffnen

Eine Lösung wäre demnach, dass zusätzlich zur ersten Maßnahme die #-URL direkt aufgerufen wird. Der Link muss also in einen neuen Tab oder gar ein neues Fenster führen. In dem Falle wäre dann der Ankerlink um die Targetdefinition ergänzt: <a href=“#Tracking-von-Hashurls“ target=”_blank”>Tracking von #-URLs</a>

Anker-Klicks tracken mit Matomo-Ereignis

Eine etwas aufwändigere aber auch sichere Alternative besteht darin, jeden Ankerklick als Ereignis zu definieren. Bekanntlich wird ein Ereignis-Tracking meist dann eingesetzt, wenn eine Aktion eines Nutzers keinen erfassbaren URL-Wechsel nach sich zieht (Videoklick, Bildvergößerung, Formular absenden). Ereignisse erhalten eine hierarchische Bezeichnungstriade aus Kategorie, Aktion und Name (Value lasse ich hier einmal beiseite). Ereignisse finden sich im Reportbereich Verhalten. Der Code: onclick=“javascript:_paq.push([‚trackEvent‘, ‚Kategorie‘, ‚Aktion‘, ‚Name‘]);

Man könnte also Kategorie = Seitennamen setzen, Aktion=Klick und Name=ID. Das sähe dann so aus: <a href=“#Tracking-von-Hashurls“ onclick=“javascript:_paq.push([‚trackEvent‘, ‚Matomo Webanalyse‘, ‚Klick‘, ‚Tracking-von-Hashurls‘]);>Tracking von #-URLs</a>

Hier erledigt die Kategorie die Grobunterscheidung, falls ich mehrere Seiten mit AnkerURLs habe, der Name dann die Differenzierung auf jeder einzelnen Seite. Selbstverständlich wäre auch eine andere Matrixstruktur denkbar, die ggf. schwerer zu übersehen ist: Kategorie = Ankerklick, Aktion = Seitenname und Name = ID. D.h. Aktion muss nicht unbedingt einer tatsächlichen Nutzeraktion entsprechen. In dem Falle hätte ich ggf. nur eine Kategorie unter der die verschiedenen Seitennamen stehen. Der Klick auf den Seitennamen im Report öffnet dann den Überblick über die einzelnen Namen = IDs.

Der (un-)heimliche Leser – Messung des Leserengagements in der Webanalyse

Vor kurzem las ich in dem Newsletter von 121watt (07.07.2020) folgenden Passus: “Ob dein Content sein Ziel erreicht und gut bei deiner Zielgruppe ankommt, kannst du anschließend anhand verschiedener Kennzahlen überprüfen. Eine niedrige Absprungrate gepaart mit einer langen Verweildauer sprechen zum Beispiel dafür, dass sich deine Nutzer intensiv mit deinen Inhalten auseinandersetzen und du ihre Bedürfnisse richtig adressierst.”

Selbstverständlich wissen Alexander Holl und sein Trainerteam es besser, als ihre plakative Aussage hier vermuten lässt.. Denn Absprungrate und Verweildauer sind sehr grobe Kennzahlen für das Besucherengagement. Für mich gaben sie einen Anlass, über das Messen des Engagements, die die Besucher Seiten-Inhalten widmen, etwas detaillierter zu schreiben.

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