SEM steht für Search Engine Marketing. SEM zielt auf Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit in Suchmaschinen ab, sei es durch so genannte generische Treffer, oder durch Anzeigen, die ober- und unterhalb des Trefferkorpus stehen.

SEM ist sozusagen der Oberbegriff von Suchmaschinenoptimierung (SEO Search Engine Optimization) und Advertising (SEA Search Engine Advertising).

Beide Disziplinen haben an Komplexität in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Bei SEO / Suchmaschinenoptimierung hat das mehrere Gründe:

    • Suchmaschinen können Inhalt und Bedeutung von Text immer besser semantisch einordnen. Daher wächst auch die Anforderung an Website-Betreiber, ihren Inhalt mit ausgewiesener Expertise und sauberer begrifflicher Struktur zu erstellen. Und vor allem dem Besucher damit einen Mehrwert zu verschaffen.
    • Die Antworten von Suchmaschinen werden immer vielseitiger: Anzeigen, Shoppinganzeigen, Reihen von Webbildern, Videos, lokale Treffer, generische Treffer, Knowlegde Graphs usw. Jede dieser Antworten bietet Chancen, die aber jeweils unterschiedlich genutzt werden müssen.
    • Mobile Suchen und Voice Search heben sich deutlich von klassischen Desktop-Suchen ab. Suchanfragen werden anders formuliert (sicher ein Grund dafür, weshalb Google unter Rank Brain künstliche Intelligenz einsetzt) die Systematik der Suchmaschinen-Antworten ändert sich brisant.

Auch der Bereich Advertising hat sich massiv weiterentwickelt und verändert – auch hier nicht zum Einfachen, auch wenn Google Ads heute automatisierte Anzeigen möglich macht.

    • Gerade Google hat die Parameter zur Einstellung von Anzeigenkampagnen ständig erweitert und verfeinert. Die Handhabung wurde dafür aber auch immer aufwändiger.
    • Zielgruppenspezifische Kampagnen und Remarketing bieten ein sehr präzises Targeting; Inwiefern dies aber noch im Rahmen der europäischen Datenschutzverordnung umsetzbar ist, lasse ich hier als Nichtjurist offen.
    • Die Anzeigenkosten sind aufgrund wachsenden Mitbewerbs ebenfalls stetig gestiegen, genaue laufende Kontrolle (Webanalyse) und Rentabilitätsprüfungen sind unerlässlich.

SEO oder SEA oder beides?

Anzeigenschaltung und Suchmaschinenoptimierung verfolgen letztlich das gemeinsame Ziel, bei Suchmaschinen möglichst sichtbar zu sein, d.h. unter den ersten Positionen bzw. Rankings mit eigenem Adresslink zu erscheinen. Anstrengungen in beiden Disziplinen scheinen daher zunächst redundant.

Aber: Abgesehen davon, dass Unternehmen, die auf beide Methoden setzen, erhöhten Traffic erzielen, kann eine strategische Abstimmung zwischen SEO und Advertising sehr sinnvoll sein. Z.B. kann SEA SEO so lange ersetzen, wie die ergriffenen Maßnahmen noch nicht den gewünschten Effekt für bestimmte Suchanfragen haben. Oder beide Methoden teilen sich die Arbeit: SEO fokussiert aussichtsreiche Keyword-Kombinationen, während SEA solche Suchbegriffe abdeckt, für die die SEO-Methode wegen starker Mitbewerber und mangelnder Ressourcen nicht erfolgversprechend ist.